Optica la Mar Ibiza – Expertentipp: Die Kontaktlinse

von / Mittwoch, 16 Mai 2018 / Veröffentlicht inAllgemein
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Optica la Mar Ibiza – Expertentipp: Die Kontaktlinse

Die Kontaktlinse

Tüftelei für besseren Durchblick

Eine unsichtbare Brille – davon träumten Menschen schon vor mehr als hundert Jahren. Auch August Müller, Doktorand an der Universität in Kiel. Er gilt als einer der Wegbereiter der Kontaktlinsen. Millionen Menschen in Deutschland setzen heute auf diese Sehhilfe. Als junger Mann musste August Müller eine dicke Brille auf der Nase balancieren. Mit minus 14 Dioptrien hatte er eine extreme Sehschwäche. Für seine Doktorarbeit tüftelte Müller an der Medizinischen Fakultät an der Kieler Universität in den 1880er Jahren an einer Alternative zur Brille: Mini-Gläser, die sich direkt auf den Augapfel setzen lassen. Kontaktlinsen. Die Experimente an der Förde liefen gut – anfangs jedenfalls. Durchblick für 30 Minuten
In seiner Doktorarbeit (1889) beschreibt Müller, dass er sich von einem Optiker eine Linse schleifen ließ, Durchmesser 20 Millimeter. Der Student betäubte sein Auge mit einer Kokainlösung und setzte das Glas ein. “Der Erfolg war ganz nach Erwarten. Meine Myopie von -14,0 war bis auf eine halbe Dioptrie korrigiert, dabei erschienen aber die Gegenstände größer als durch die Brille. Ich behielt die Linse nur kurze Zeit im Auge und bemerkte während dieser Zeit keine unangenehmen Empfindungen”, schrieb Müller, damals Mitte zwanzig.

Der Haken: “Müller konnte die Linsen nicht länger als etwa eine halbe Stunde tragen”, erzählt Johannes-Geert Hagmann vom Deutschen Museum in München. Dann wurde es zu schmerzhaft. Die Erfindung war nicht ausgereift. In dem Museum sind einige von Müllers Kontaktlinsen ausgestellt. Er hatte 1932 einen Brief geschrieben und sie angeboten. In der Industrie hatte er bis dahin keinen Erfolg gehabt. “Ich habe als Student eine Erfindung gemacht, die ich danach nicht weiter ausbauen konnte, für die ich auch kein Interesse bei den zuständigen Stellen fand, nämlich die Konstruktion von Kontaktgläsern”, schrieb Müller. Weil der Mediziner so eine starke Sehschwäche hatte, konnte er wohl kein Augenarzt werden. Er arbeitete als Orthopäde, unter anderem in seiner Heimat Mönchengladbach. Spitzname: Knochen-Müller. Eine Linse, mehrere Väter Müller war nicht der Einzige, der an “unsichtbaren” Sehhilfen getüftelt hatte. Fast zeitgleich und weitgehend unabhängig voneinander forschten auch andere an Kontaktlinsen. Dazu zählten vor allem Adolf Eugen Fick aus Zürich und Eugene Kalt in Paris. Die Kontaktlinse hatte mehrere Väter.

In den 1920er Jahren stellte die Firma Carl Zeiss in Jena die Sehhilfen in Serie her. Rund 20 Jahre später wurden sie entscheidend weiterentwickelt. Der Kieler Heinrich Wöhlk, stark weitsichtig, litt unter seiner Brille mit schweren Gläsern. Er probierte die damaligen Kontaktlinsen aus, fand das aber schmerzhaft. So entwickelte Wöhlk im Selbstversuch Haftschalen aus Kunststoff, Plexiglas. “Der Clou war, dass sie deutlich kleiner waren. Und der Rand war so bearbeitet, dass die Linse auf dem Tränenfilm des Auges schwamm”, erzählt der Marketingleiter der Firma Wöhlk, Stefan Haase. Wöhlk erfand damit die Kontaktlinse, wie wir sie heute kennen. Durchmesser etwa neun Millimeter. “Die frühere Linse bedeckte das ganze Auge. Dies war ein ganz anderes Produkt, tragbar”, sagt Haase.

Heute sind Kontaktlinsen eine Selbstverständlichkeit.

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